Frankfurt: Projektverlauf bis November 2011

Druckversion

Der Treffpunkt für Menschen mit Demenz  und pflegende Angehörige („Heddernheimer Runde“) für Gespräche und gemeinsame Unternehmungen läuft erfolgreich weiter.

Der Treffpunkt wird zur Zeit intensiv als Gesprächskreis von 11 pflegenden Angehörigen genutzt. In der Mehrzahl sind es Ehefrauen. Am 7.6.11 und am 6.9. haben wir als Gruppe von pflegenden Angehörigen und Menschen mit Demenz unter Anleitung einer Qigong-Lehrerin einfache Übungen ausprobiert.Am 8.8.11 waren alle zu unserem traditionellen Sommerfest im Begegnungszentrum Heddernheim eingeladen.  Der Gesprächskreis für Menschen mit Gedächtnisschwäche ist eine moderierte Unterstützungsgruppe  für Menschen, die sich durch ihre Gedächtnisschwäche im Alltag beeinträchtigt fühlen, die sich Sorgen machen,  ob sie an einer demenziellen Erkrankung leiden oder die eine Diagnose Frühstadium Demenz erhalten haben. Es sind 7 TeilnehmerInnen, darunter drei Personen mit einer Diagnose Frühstadium Demenz und eine, die sich gerade einer Frühdiagnostik unterzieht sowie drei Frauen, die sich große Sorgen machen, ihre Vergesslichkeit  könnte schon eine beginnenden Demenz sein.  Die Offene Sprechstunde rund um das Thema Demenz als extra Einzelberatungsangebot einmal im Monat im Begegnungszentrum wurde nur von wenigen Personen in Anspruch genommen und wird Anfang Dezember enden.

Zukunftswerkstatt „Demenzfreundliches Quartier“

Am 1.2.2011 fand die Zukunftswerkstatt mit 30 TeilnehmerInnen statt. Das Ziel, die unterschiedlichsten Akteure einzubinden wurde erreicht: Neben Betroffenen (Frühstadium oder leichte kognitive Einschränkung MCI), pflegenden Angehörigen, nahmen viele bürgerschaftlich engagierte Menschen und einige hauptamtlich Tätige (z.B. Alzheimer Gesellschaft, gerontopsychiatrische Beratungsstelle Caritas, Leben mit Demenz e.V., Frankfurter Verband e.V., Sozialbezirksvorsteher) teil. Aus der Zukunftswerkstatt sind drei Arbeitsgruppen hervorgegangen:• Begegnungsmöglichkeiten zwischen Menschen mit und ohne Demenz• Nachbarschaft/ Neue Kultur des Miteinanders• Wohnen im Quartier für Menschen mit Demenz

AG Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Demenz

Das Thema „Begegnungsmöglichkeiten zwischen Menschen mit und ohne Demenz “ wurde als besonders wichtig bewertet. Daher wurden verschiedene integrative Veranstaltungen  organisiert, um positive Erfahrungsräume für die Begegnung von Menschen mit und ohne Demenz zu schaffen, wie zum Beispiel  gemeinsames Freies Tanzen, Freies Malen sowie Bewegungsübungen und  Musik für Menschen mit und ohne Demenz.

AG Nachbarschaft/ Neue Kultur des Miteinanders

Die Arbeitsgruppe „Nachbarschaft“ sieht in einer lebendigen, achtsamen Nachbarschaft die notwendige Voraussetzung für die Entwicklung eines „demenzfreundlichen Quartiers“.

Die Gruppe hat einen Fragebogen zum Thema „Nachbarschaft“ entwickelt und in ihrem Viertel verteilt. In Gesprächen im eigenen Viertel und auf dem Forum „Älterwerden in Frankfurt“ im April 2011 machten sie ihre Mitbürger auf das Projekt aufmerksam. Ein Logo „Wir im Quartier - Demenzfreundliche Nachbarschaft“ wurde als Anstecker entwickelt und verteilt, um für ein „demenzfreundliches Quartier“ in der Nachbarschaft zu werben und sich im öffentlichen Raum als Ansprechpartner erkennen zu geben und darüber ins Gespräch zu kommen.  Diese Arbeitsgruppe entwarf zudem einen Flyer für den Einzelhandel zu demenziell veränderten Kunden, in denen wir Angebote für spezielle Kurzschulungen machen. An einem Nachmittag im Oktober 2011 haben wir viele Einzelhändler, Supermärkte, Bankfilialen und Apotheken in Heddernheim aufgesucht, haben den Flyer verteilt und uns über deren Erfahrungen mit demenziell veränderten Kunden ausgetauscht. Wir haben erlebt, dass viele dem zunehmenden Phänomen Demenz mit Sensibilität und Offenheit begegnen. Aber auch, dass Unsicherheiten im Umgang mit Menschen mit Demenz, insbesondere bei Konflikten, bestehen. Ein Schulungsbedarf im Einzelhandel und bei Banken wird prinzipiell gesehen. Ein großes Problem ist der Zeitmangel.

AG Wohnen für Menschen mit Demenz im Quartier

Ein Arbeitsthema war das Wohnen im Quartier für Menschen mit Demenz. Aus Zeitgründen konnte dieses Thema vorerst nicht intensiver bearbeitet werden.

Ein Vortrag über selbstorganisiertes gemeinschaftliches Wohnen für Menschen mit Demenz von der Alzheimer Gesellschaft Brandenburg zeigte uns die Möglichkeiten auf, wie pflegende Angehörige so etwas gemeinsam und selbstbestimmt aufbauen können. Im nächsten Jahr möchten wir durch Vorträge und Filme über solche Wohngemeinschaften – wie zum Beispiel die selbstorganisierte Wohngemeinschaft „Mathildenhöhe“ in Darmstadt - weiter aufmerksam machen und Unterstützer für solche Projekte suchen.

Am 13.9.11 hatten wir eine zweite Zukunftswerkstatt („Fortbildungswerkstatt“), in der wir die laufende Arbeit und weitere Ideen vorstellten und uns das weitere Vorgehen überlegten. 20 TeilnehmerInnen machten mit. Zum großen Teil  waren es Personen, die bereits bei der ersten Zukunftswerkstatt mitmachten. Daneben nahmen auch neu die Vorsitzende des Bügervereins Heddernheim e.V. und der Stadtteilbotschafter von Heddernheim (Projekt der polytechnischen Gesellschaft) teil, da diese unser Projekt unterstützen möchten.

Nach Abschluss des geförderten Projekts werden die Arbeitsgruppen ab 2012 zu einer Initiativgruppe „Wir im Quartier - Demenzfreundliche Nachbarschaft“ zusammengefasst. Als Mitglied des Arbeitskreises Demenz der Stadt Frankfurt werden wir vom 4.10.2012 bis zum 13.10.2012  die Aktionswochen zum Thema Demenz („Kopfkarussel“) mitgestalten und für die Idee einer „Demenzfreundlichen Kommune“ mithilfe kreativer Mitmach-Aktionen (gestaltet von Menschen mit und ohne Demenz) werben.