Zusammenarbeit

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Eine Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in den Kommunen kann nur gelingen, wenn tatsächlich – gemeinsam für ein besseres Leben mit (und ohne) Demenz vorgegangen wird und ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe an allen Lebensbereichen ermöglicht wird. Teilhabe ist auf die Menschen und Strukturen im sozialen Nahraum angewiesen (Sozialraumorientierung), auf die Möglichkeit, eigene Kräfte und die des Sozialraums einzusetzen (Ressourcenorientierung) sowie auf das Zusammenwirken des beruflichen und nicht beruflichen sowie institutionellen und informellen Hilfe- und Unterstützungssystems nach dem Subsidiaritätsprinzip. Dazu müssen statt des Denkens und Handelns in Zuständigkeitsbereichen oder Verwaltungseinheiten vor Ort neue Formen der Kooperation und einer gemeinsamen Verantwortungsübernahme und -teilung aller Akteure im Gemeinwesen entwickelt und gelebt werden. Netzwerkarbeit, bzw. im weiteren Sinne Zsammenwirken ist notwendig und kann ganz unterschiedlich und auf die lokalen Bedingungen hin angepasst umgesetzt werden.

Unter Umständen kann eine lockere, wechselhafte Zusammenarbeit sinnvoll sein, für eine andere Initiative sind beschreibbare Rahmenbedingungen, organisierte Akteure und ein erklärter politischer Wille hilfreich. Im ersten Fall kann z.B. viel über persönliche Kontakte und das Schneeballprinzip erreicht werden, im letzten Fall wäre es wichtig, die Form der Zusammenarbeit festzulegen, Aktivitäten auf ein gemeinsames Ziel hin abzustimmen, zu koordinieren, zu steuern und auszuhandeln, welcher Netzwerkpartner in welcher Rolle agiert. beruhen Netzwerke auf dem Prinzip der freiwilligen Kooperation, durch unterschiedliche Interessen, Motivationen, Sichtweisen und Handlungsmuster der Beteiligten können sich sowohl Vor- als auch Nachteile ergeben, diese gilt es zu erkennen, bzw. zu berücksichtigen. Die große Zahl der Projektanträge zum „Förderprogramm Menschen mit Demenz in der Kommune“ und weiterer lokaler Initiativen deutet darauf hin, dass sich in den Kommunen bereits einiges tut. Engagierte Bürgerinnen und Bürger sind dabei, neue Wege des sozialen Miteinanders und der Unterstützung und Einbeziehung von Menschen mit Demenz mitsamt ihren Angehörigen und anderen Begleitern zu erproben und zu verwirklichen. Wie unterschiedlich solche Vorhaben angegangen werden können, zeigt die auf dieser Plattform abgebildete Auswahl der bislang geförderten Initiativen.

Wenn Kommunalverwaltungen und Politik erkennen, dass Demenz vor allem nach sozialen Lösungen, nach neuen gesellschaftlichen Netzwerken verlangt, können sie unserer Ansicht nach einiges tun, um solche oft zivilgesellschaftlichen Initiativen zu fördern und die Voraussetzungen zu schaffen, damit sich das Gemeinwesen eigenverantwortlich für die Entstigmatisierung und Einbindung des Themas und der Menschen mit Demenz engagiert. Sie können Defizite in der eigenen Kommune orten, indem sie vorhandene Strukturen analysieren. Sie können örtliche Unterstützungspotenziale nachfragen, initiieren und entwickeln, sie können Runde Tische und Arbeitskreise anregen und dadurch die lokalen Akteure vernetzen oder in bestehenden mitarbeiten, bzw. diese unterstützen. Sie können als neutraler Partner die Planungsphase moderieren und dazu anregen und motivieren, Maßnahmen für Menschen mit Demenz in gemeinsamer Verantwortung umzusetzen. Sie können insbesondere das nicht-berufliche Hilfe- und Unterstützungssystem fördern und mit beruflichem Engagement koppeln. Umgekehrt ist es ebenso wichtig und wertvoll, dass es weiterhin einzelne Maßnahmen und kleinere, unabhängige, vielseitige Initiativen in und aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen gibt.

Es ist nicht die Absicht der Aktion Demenz, eine allgemeingültige Antwort zu geben, wie eine demenzfreundliche Kommune aussieht und wie sie zu erreichen ist. Es geht darum, Diskussionen, Anregungen, Beispiele, Ideen, Kampagnen, Erfahrungen zu nutzen und für eigene, lokal passende Überlegungen und Aktivitäten vor Ort mit zu bedenken.