Düsseldorf: Projektbericht Oktober 2013

Druckversion

Mit Zwischenberichten geben die Projekte Einblick in ihre praktischen Arbeitsschritte. Nachfolgend ein Auszug vom September 2013:

Inklusion ist mittlerweile ein zentrales Thema, das in kirchlichen Stellungnahmen und  Handreichungen intensiv bearbeitet wurde.

Da die aufgezeigte Thematik „Inklusion und kirchliche Praxis“ einen sehr weiten und vielfältigen Raum einnimmt, war es sinnvoll und wirkungsvoll, sich in der evangelischen Kirche Düsseldorf gemeinsam mit ihrer Diakonie Düsseldorf auf einen konkreten Ausschnitt zu konzentrieren:

Leben mit Demenz – auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Kirche.

Ein gemeinsamer, von der Robert Bosch Stiftung/Aktion Demenz e.V. geförderter Fachtag am 17. April 2013 war ein inhaltlich gelungener, sehr gut besuchter und wirkungsvoller Einstieg.

Viele Gemeinden wurden motiviert, sich mit dem Thema Demenz zu beschäftigen und selbstkritisch zu reflektieren, wie sie ihre Angebote im Quartier zukünftig demenzgerecht entwickeln können.

Ein Ergebnis war es, dass der Monat der Diakonie in diesem Jahr in den Kirchengemeinden und in der Diakonie sich diesen inhaltlichen Schwerpunkt setzte.

In fünfzehn Gemeindegottesdiensten und in zwei Veranstaltungen in der Bergerkirche wurde das Thema „Leben mit Demenz“ aufgenommen und biblische Orientierungen aufgezeigt.

Das Demenznetz Düsseldorf bietet mit seinen vielfältigen Betreuungs- und Beratungsangeboten ein umfangreiches und gut funktionierendes Hilfesystem, in dem Kirchengemeinden und Diakonie als Akteure fachlich deutlich eingebunden sind. Dies zeigte sich ganz besonders in einer hohen Präsenz in den von der Stadt Düsseldorf koordinierten Aktionswochen Demenz.

Unser Ziel im Monat der Diakonie war es, Kirchengemeinden zu ermutigen, für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige Netze der Gemeinschaft, gerade auch der gottesdienstlichen Gemeinschaft offen zu gestalten. Einfach dazu gehören.

Das Interesse an dem Thema Demenz ist da, die auf Kirche und Diakonie zukommende Herausforderung wird gesehen, Analysen, Beschreibungen und Erfahrungen mit dem Thema und mit Menschen in der Demenz werden wahrgenommen und diskutiert.

Jedoch die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wächst rasant und betrifft nicht nur die Hochaltrigen. Gehöre ich auch zu den Betroffenen? Hier sind Berührungsängste mit dem Thema Demenz, Ängste werden zaghaft ausgesprochen und eine persönliche Nähe zu dem Thema oftmals vermieden.

Der Monat der Diakonie zeigt, dass Demenz ein Zukunftsthema sein wird, sowohl für das theologische Denken, als auch für das diakonische und seelsorgerliche Handeln.

Konkrete Ideen, Gesprächsgruppen, Verhaltensweisen, Gesprächstechniken und Veränderungen in gottesdienstlichen Abläufen werden notwendig sein, damit Menschen mit Demenz und deren Familien im Gemeindeleben und im Stadtteil einen Platz haben und beteiligt bleiben.

Besonders Familienangehörige, die als Begleit- und Betreuungspersonen plötzlich in eine neue Rolle kommen und Phasen der Veränderungen verarbeiten müssen, brauchen unsere seelsorgerliche und diakonische Unterstützung.

 

Es ist deshalb konsequent, einen zweiten Fachtag zu dieser Thematik am 19. März 2014 im Haus der Kirche zu gestalten. Wie komme ich mit Menschen in der Demenz ins Gespräch, in der Nachbarschaft, im Gottesdienst, beim Einkaufen? Welche Chancen bieten sich in einem kurzen Kontakt? Worauf kann ich achten? Wie kann ich reagieren?

Das ist der eine Themenkomplex.

Ein anderer Impuls wird die Ermutigung zu neuen Gottesdienstformen sein, in denen sehr bewusst und gezielt sinnliche Element eingebaut sind, um Menschen mit Demenz anzusprechen und ernst zu nehmen.

Da sind Kreativität und mutige Experimente gefragt.