Leider komme ich viel zu selten dazu direkt an von mir mit organisierten Projektveranstaltungen teilzunehmen [...] Ich habe dafür aber oft Kontakt zu Angehörigen, die sich mit Ihren Fragen zum Thema Demenz an mich wenden. Hier bin ich immer wieder beeindruckt, wie unterschiedlich Familienangehörige mit der neuen Situation umgehen. Das Spektrum reicht von fast selbstzerstörerischer Aufopferung bis zur völligen Ablehnung des an Demenz Erkrankten.
Projektlogo veröffentlicht!
Das Thema Demenz geht uns als Gesellschaft und auch als Kirche existentiell an. Es gehört ins Zentrum und in die Mitte unserer Gemeinden und berührt das Herz kirchlicher Menschen- und Gottesbilder. In dem Projekt "Dabei und mittendrin" fördern wir ein Wachsen und Aufblühen von Gemeinschaft, Solidarität und Mitverantwortung für Menschen mit und ohne Demenz im Herzen von Kölner Kirchengemeinden.
Für viele an Demenz erkrankte Menschen und ihren Angehörigen gewinnen spirituelle Bedürfnisse und religiöse Ressourcen zunehmend an Gewicht. Gerade die altvertrauten religiösen Formeln und Formen, Riten und Routinen werden nicht allein kognitiv erfahren und zeigen, "das Herz wird nicht dement" (U. Baer).
Ziel des Projekts ist ein neues Netzwerk, das aus sich selbst heraus wächst und sich – wie beim Aufblühen und der Entfaltung einer Blüte – gleichzeitig in alle Richtungen erstreckt: zu allen (!) Gemeindegliedern mit und ohne Demenz, zu Ehrenamtlichen, Nebenamtlichen, Hauptamtlichen. Alle Richtungen sind dabei wichtig, ebenso wie jedes einzelne Blütenblatt.
Dass ein Same an seine rechte Stelle kommt, dazu kann die Blume nichts tun! Es braucht Menschen, die dieses Pflänzchen setzen, bewässern, nähren, vielleicht auch an der ein oder andren Stelle zurückschneiden und in Form bringen.
Letztlich verstehen wir die Kirche und ihre Gemeinden als Garten Gottes, in dem wir „zum Blühen berufen“ sind: jede/r in der eigenen Farbe, seiner Gestalt, in seinen Beziehungen, in seiner Art zu leben, zu denken, zu fühlen, zu sein.
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